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Meinungshoheit erkämpfen

Meinungshoheit erkämpfen | Quelle: ABL

Bereits die Montagsdemonstrationen 1989/90 waren sehr heterogen. Unmittelbar nach der deutschen Einheit wurden soziale und politische Konflikte unter der „Marke“ Montagsdemonstrationen weiter ausgetragen. Bis in die Gegenwart wird das Narrativ herangezogen. Die Ziele der Veranstalter könnten dabei kaum unterschiedlicher sein. Es geht sogar so weit, dass nationalistische Bewegungen aus der Erfolgsgeschichte ihre historische Legitimation konstruieren. Hinter dem mannigfachen Gebrauch verblasst die originäre Bedeutung immer mehr. Ähnlich verhält es sich mit dem Ruf „Wir sind das Volk“.

Bereits 1991 sollte der „Geist“ den massenhaften Abbau von Arbeitsplätzen in Ostdeutschland verhindern.

Im Jahr 2003 belebte man in Leipzig den Mythos wieder und ging gegen den Irakkrieg jeden Montag auf die Straße.

Mit der Verkündung der „Agenda 2010“ entstand 2004 ein Bündnis „Bundesweite Montagsdemo“.

Auch die Gegner des Bahnprojektes „Stuttgart 21“ protestieren seit 2009 an den Montagen.

Mit der massiven Spaltung der Gesellschaft seit 2014 beanspruchen rechtsnationalistische Bewegungen wie Pegida in Dresden und ihre bundesweiten Ableger für sich die Hoheit, das „Volk“ zu sein und nur sie.

Geschichtsmythen

Sind Mythen fehlerhafte Erinnerungen? Welche Intentionen stehen dahinter? Warum verankern sich bestimmte historische Ereignisse in vereinfachter Form im gemeinsamen Gedächtnis? Bilden Mythen gar die Grundlage unserer kollektiven Erinnerungskultur? Gibt es europäische Mythen zur Herausbildung einer europäischen Identität?

Plakette mit dem Text Revolutions- und Messemetropole Leipzig